Gefahren, Erkennung und richtiges Verhalten
Der Eichenprozessionsspinner (Thaumetopoea processionea) ist ein zugewanderter Nachtfalter. Während der Falter selbst völlig harmlos ist, stellen die Raupen eine erhebliche Gesundheitsgefahr für Menschen und Haustiere dar. Grund dafür sind ihre mikroskopisch kleinen Brennhaare, die ein Nesselgift enthalten.
Die Raupen bewegen sich ab dem Frühjahr gemeinschaftlich in langen Ketten ("Prozessionen") fort. Befallen werden fast ausschließlich Eichen (Stieleiche, Traubeneiche, Roteiche, möglich sind auch Buche oder Hainbuche).
Warum sind die Raupen gefährlich?
Ab dem dritten Entwicklungsstadium (ca. Mai) bilden die Raupen Brennhaare aus. Diese enthalten das giftige Protein Thaumetopoein. Die Haare brechen durch das Raupenwachstum ab und werden durch den Wind über Hunderte von Metern davongetragen. Auch verlassene Nester enthalten Millionen von Brennhaaren. Sie bleiben über Jahre hinweg biologisch aktiv und gefährlich.
Gesundheitliche Folgen bei Kontakt:
- Haut (Raupendermatitis): starker Juckreiz, Rötungen, Quaddeln und Pusteln.
- Augen: Bindehautentzündung, Schwellungen der Augenlider und starke Schmerzen.
- Atemwege: Reizhusten, Halsschmerzen und Atembeschwerden. Bei Asthmatikern können schwere Anfälle ausgelöst werden.
- In seltenen, extremen Fällen kann es zu einem anaphylaktischen Schock kommen.
Sollen Sie oder Ihre Haustiere in Kontakt mit den Haaren gekommen sein, beachten Sie folgende Regeln:
- Nicht kratzen! Kratzen drückt die Widerhaken der Brennhaare nur tiefer in die Haut.
- Kleidung wechseln: ziehen Sie die Schuhe und Kleidung zeitnah aus. Waschen Sie diese sofort bei mindestens 60 °C.
- Gründlich duschen: waschen Sie Körper und Haare gründlich mit Seife. Spülen Sie die Augen vorsichtig mit klarem Wasser aus.
- Symptome lindern: kühlende Umschläge, rezeptfreie Antihistaminika oder kortisonhaltige Salben helfen gegen den Juckreiz.
- Bei schweren Hautreaktionen oder Atembeschwerden sofort einen Arzt oder den Notruf kontaktieren.
Was ist zu tun bei einem Befall auf eigenen Grundstück
Auf privaten Grundstücken ist grundsätzlich der Eigentümer für die Bekämpfung verantwortlich.
- Niemals selbst entfernen! Versuche, die Nester mit dem Gartenschlauch oder Hochdruckreiniger abzuspritzen, wirbeln die giftigen Haare massiv auf und verschlimmern die Situation.
- Abflämmen ist wegen der Brandgefahr und des Rauchauftriebs ebenfalls strengstens verboten.
- Fachfirmen beauftragen: Die Beseitigung darf nur durch zertifizierte Schädlingsbekämpfer oder Baumpfleger erfolgen. Diese saugen die Nester in speziellen Schutzanzügen ab und entsorgen sie sicher
Auf öffentlichem Grund (z. B. an Straßen, Schulen oder in Parks) muss der Befall gemeldet werden.
Unter dieser Emailadresse können Sie den Befall mit Eichenprozessionsspinner melden:
Am sichersten erkennen Sie einen Befall durch auffällige grau-weiße Gespinstnester an den Stämmen oder in Astgabeln sowie durch Raupen, die in langen Kolonnen („Prozessionen“) über die Rinde von Eichen wandern. Die Raupen besitzen eine dunkle Rückenlinie und lange, weiße Haare.
Weitere Informationen: