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Veranstaltung

"Böse Kinder"

Eduard-und-Ferdinand
So, 8. März bis Fr, 22. Mai 2015
Das Datum dieser Veranstaltung liegt in der Vergangenheit
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Beschreibung
Anhand von Büchern, Spielen, Plakaten, Filmen, Werbung und Gebrauchsgegenständen zeigt die Ausstellung den Einbruch von "Max und Moritz" und Konsorten in die moralische Welt der Erwachsenen.

Zu ihrer Biographie

Es war wohl einer der größten Irrtürmer in der Verlagsgeschichte der Kinderliteratur, als im Jahre 1865 der Verleger Heinrich Richter in Dresden die Veröffentlichung der Bildergeschichten von Max und Moritz für zu wenig lukrativ hielt und dem Autor und Illustrator Wilhelm Busch die Manuskripte zurückgab. Stattdessen erschienen die sieben Streiche bei Braun und Schneider in München und begannen von hier ihren Triumphzug um die Welt.

Wenn ein Bilderbuch in unzähligen Sprachen und Dialekten vieler Völker erscheint, dann muss es etwas ganz Besonderes haben, etwas zutiefst Menschliches, das nicht nur den Deutschen, Franzosen oder Japanern zu eigen ist, sondern allen Menschen. Die Missetaten von Max und Moritz führen uns in einfachen Bildern vor, wie menschliche Tücke, Bosheit und Schadenfreude aussehen und dass diese Unmoral letztlich zu Weltruhm führt. Und dieser Riesenerfolg war nunmehr über 150 Jahre so großartig, dass andere Künstler und Verlage auf diesen Zug aufsprangen und zahllose Nachfolger schufen, "Böse Kinder", die unter immer neuen Namen mehr oder minder geschickt die Streiche von Max und Moritz zu kopieren versuchten.

Wir erinnern uns an den noch vor 1865 fast zeitgleich mit der Max und Moritz-Erstausgabe erschienenen Struwwelpeter, der nur eines von zwei Händen voller missratener Kinder darstellt, deren Untaten Generationen von Eltern Kopfschmerzen bereitet haben. Spätere Nachfolgerfiguren - sicher weniger aus pädagogischer Motivation sondern vor allem aus geschäftlichem Interesse der Verlage heraus entstanden - heißen dann u. a. Lies und Lene, Hedi und Fredi, Strubbelfritze, Motor-Car Peter, Kleckerklaus oder Cruel Paul. Sie alle, deren Reihe sich noch beliebig verlängern ließe, sind "Böse Kinder", aber sie sind auch Helden, negative Helden, die beim kindlichen Betrachter Bewunderung erzeugen und Sympathie. Sie sind die Leitbilder eines neuen pädagogischen Modells. Bis dato wurde den Kindern in Büchern immer "das gute Beispiel" vorgeführt, Bücher waren Anschauungsmittel der Vorbildlichkeit bis hin zur Sittenlehre für Kinder in "Kinderspiegeln". Alle diese Darstellungen setzen das betrachtende Kind mit seinen alltäglichen Fehlern ins Unrecht. Und nun offenbarte sich, dass Kinder auch Fehler haben, tückisch und boshaft sein und Schadenfreude empfinden können. Sicherlich ist das der Grund, warum die Max-und-Moritz-Streiche und Struwwelpeters Untaten bis heute in hunderten von Auflagen in vielen Sprachen und Dialekten der Welt erscheinen.

Zur Ausstellung

Die Exponate der drei Jubiläumsausstellungen sind Bestandteil der Historischen Kinderbuchsammlung von Hans und Lydia Witte. Bei der Konzeption der Ausstellungen erwies es sich als schwierig, aus dem großen Materialfundus eine für die unterschiedlichen räumlichen Gegebenheiten gemeinsame Zusammenstellung der Objekte erzielen. Aus diesem Grund können die gezeigten originalen und reproduzierten Exponate variieren bzw. einige Objekte können nicht al allen drei Orten gezeigt werden.
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Veranstaltungsort
Stadtbücherei
Schulstraße 6
31675 Bückeburg
Stadtteil: Bückeburg Kernstadt
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Hinweise
  • Diese Veranstaltung findet bei jedem Wetter statt
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Veranstalter
Stadtbücherei Bückeburg
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Stadt Bückeburg

  • Marktplatz 2 - 4
  • 31675 Bückeburg
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